Nach einer alles anderen als rosigen
Jugendzeit und nach erfolgreichem High-School-Abschluss studiert David Carradine
am San Francisco State College Musiktheorie und Komposition.
Aber bald entdeckt er das Schauspiel und gibt sein Bühnendebüt in Berkeley
mit der Truppe des Theatre of the Golden Hinds. David verlässt das
College und findet schließlich Arbeit beim Shakespeare Repertory Theatre
in San Francisco. Aber die Jobs sind knapp, so muss er immer wieder
Enzyklopädien und anderes verkaufen. Er lebt ein Beatnik-Leben, bis er sich dem
Ohio Repertory Theatre anschließt.
Aber gerade als die Karriere startet, wird er zur Army verpflichtet. Nicht
unbedingt das Richtige für eine rebellische Persönlichkeit. Dort erlernt er
Kampftechniken und den Umgang mit Waffen. Dieses Wissen kann er später als
Schauspieler sehr gut verwenden. Während seiner Dienstzeit gründet er eine
Unterhaltungsgruppe und produziert Musicals und übernimmt auch die Hauptrollen.
Das ist ein gutes Training.
Nach zwei Jahren bei der Army, geht David eine zeitlang nach New York. In Long
Island spielt er die Rolle des Laetes in Seines Vaters Hamlet. Zu
dieser Zeit unterzeichnet David auch einen Vertrag mit Universal und ist danach
in kleinen TV- Gastrollen und in Spielfilmen als Nebendarsteller zu sehen.
Zurück in New York gibt er sein Broadway Debüt. Er übernimmt die tragische Rolle
des Fathers Riccardo Fontant in Rolf Hochhuths Drama The Debuty.
Thema: Die Katholische Kirche und die Nazis. Er erntet dafür Lobeshymnen.
Anschließend genießt er einen entscheidenden und umwerfenden Triumph mit seiner
tänzerischen Darstellung des Inkakönig in Peter Shaffers „The Roval
Hunt of the Sun“. Nach 261 Vorstellungen, verlässt er den Broadway und kehrt
nach Hollywood zurück.
1966 bekommt er die Hauptrolle in dem TV-Remake des Kinoklassikers
"Mein großer Freund Shane". Leider war die Serie nur kurzlebig, sorgte
aber dafür, dass David bekannt wurde. Danach kehrte er zu den Gastrollen in
TV-Produktionen und Nebenrollen zurück. 1972 übernimmt er dann seine erste
Hauptrolle in dem Film:
"Die Faust der Rebellen". Dies war auch der erste Hollywoodstreifen von
Regie-Legende Martin Scorsese und die erste Zusammenarbeit mit dem
B-Movie Produzenten Roger Corman. Der Filmstar
Barbara Hershey ist zu dieser Zeit seine Lebensgefährtin. Danach kehrte
David zu kleineren Rollen in Filmen zurück. Dann folgt die Serie die ihn zum
Star machen sollte.
David Carradine wurde für die Rolle seines Lebens als Kwai Chang Caine
ausgewählt. Er spielt den chinesisch-amerikanische Mönch der durch den Wilden
Westen wandert. Die Serie
"Kung Fu" wird von ABC produziert. Für die nächsten drei Jahre
konzentriert er sich auf die Serie, die ihn nicht nur berühmt, sondern auch zum
Weltstar macht. In der ersten Staffel wird Kung Fu für 7 Emmy
nominiert einschließlich einer Nominierung für David Carradine als bester
Schauspieler.
David arbeitet auch an seinen eigenen Filmprojekten zu dieser Zeit. Er steckt
seinen Verdienst aus "Kung Fu"
in zwei Filme die er produziert. Außerdem führt er Regie und spielt die
Hauptrollen. Einer ist
"You and Me" für den David auch die Musik schrieb. Es handelt sich hier
um die Geschichte eines stoischen Biker der einen kleinen Ausreißer adoptiert.
Der andere ist Americana. Dieser Streifen handelt von einem Vietnam-Verteranen
der in eine Kleinstadt in Kansas kommt. Zur Therapie restauriert er das
zerfallene Karussell.
Für seine Darstellung des Musiker und Aktivisten Woody Guthrie in Hal
Ashbys Film
"Dieses Land ist mein Land" (1976) wurde David als bester Schauspieler
vom National Board of Revieww
ausgezeichnet und mit einer
Golden-Globe-Nominierung belohnt. Eine andere seiner herausragenden
Darstellung dieser Zeit gibt David Carradine als amerikanischer Trapezkünstler
in dem Ingmar Bergman Film "
Das Schlangenei" (1977). Der Film spielt in den 30er Jahren in Berlin.
Davids andere wichtigen Filme in den Siebzigern sind Paul Bartel´s
Frankensteins Todesrennen (1975),
"Das Geheimnis des blinden Meisters" (1978). Der Film wurde nach einer
Vorlage von Bruce Lee, James Coburn und Stirling Siliphant gedreht. Und der
Marinekatastrophenfilm
U-Boot in Not (1978).
Als einer seiner besten Filme gilt der Western
"Long Riders" (1979), der die Geschichte der Jesse-James-Bande erzählt.
Regie führte Walter Hill, der Film brachte sieben Brüderpaare zusammen.
Einschließlich David mit seinen beiden Halbbrüdern Keith und Robert Carradine
als die drei Younger-Brüder, die mit ihren Banküberfällen den Grundstein für die
Jesse-James-Gang legten.
"Americana" wurde schließlich 1983 realisiert und David gewinnt als
Regisseur den „Director´s Fortnight,“ den
Quinzaine des Réalisateurs beim
Cannes Filmfestival.
David belebt den Charakter des Kwai Chang Caine für die TV Produktion
"Kung Fu – Der Film" (1986) wieder und später spielt er Caines Enkel (mit
dem selben Namen) in der TNT Kabel Serie
"Kung Fu: Im Zeichen des Drachen". Die Serie ist so erfolgreich, dass
zwischen Januar 1993 und Januar 1997 vier Staffeln gedreht werden.
Bis zum heutigen Tag hat David in mehr als 140 Filmen und Serien wie Airwolf,
Matlock, Dr. Quinn-Ärztin aus Leidenschaft gespielt. Weitere
seiner wichtigen Rollen waren Rawley Wilkes in
"Mc Quade, der Wolf" (1983), Justin La Motte in der beliebten Mini-Serie
Fackeln im Sturm
(1985) und der County Sänger James Lee Springer in
"American Reel" (2003). Und er spielte regelmäßig auf der Bühne das
Stück Black Elk Speaks.
David ist auch der Gastgeber der zweiten und dritten Staffel der Serie Wild
West Tech, die für den History Channel produziert wurde. (Sein Bruder Keith
war der Gastgeber der ersten Staffel).
Am 1. April 1997 bekam er am
Hollywood Boulevard seinen Stern, den "Walk of Fame".
Zwischen 2000 und 2002 nimmt David
Carradine eine kleine Kino-Auszeit und ist verstärkt in TV-Produktionen zu
sehen. Dann kehrt er mit Quentin Tarantinos zweiteiligen Rächeepos Kill Bill,
Volume 1 und 2 auf die Kinoleinwand zurück: Er spielt den Titelcharakter Bill,
den Anführer einer Killertuppe und früheren Geliebten, nun Zielscheibe von Uma
Thurmans rachedürstiger Braut. David ist im ersten Teil nicht zu sehen, nur zu
hören. Er spielt die wichtigste Rolle im 2 Teil und für seine Darstellung,
erhält er einstimmiges Lob von den Kritikern und den Kinobesuchern. Und wieder
ist er für einen Golden Globe, diesmal als bester Nebendarsteller nominiert.
Ungebrochen ist Davids Leidenschaft zur
Musik und Kunst. Bis heute hat er mehr als 60 Lieder in verschiedenen
musikalischen Genres komponiert und aufgenommen. Oft spielt er seine Songs in
Filmen und TV-Shows und er gibt Konzerte.
Er drückt seine Kreativität auch mit
Bildern und Skulpturen aus. Ebenso ist ihm die Kunst der Fotographie nicht
fremd.
Und sein schriftstellerisches Talent sollte nicht unerwähnt bleiben. David
Carradine schildert sein Leben in der über 600seitigen Biographie Endless
Highway. Darin sind auch einige seiner schönen und ausdrucksvollen Liedtexte
enthalten. Und zu guter Letzt sei noch sein Buch Spirit of Shaolin erwähnt,
in welchem David die Philosophie von Kung Fu erklärt.
Außerdem hat David einige Lernvideos von Tai Chi, Qi Gong und Kung Fu
produziert und hat auch die Stelle des Lehrers übernommen.
Seine erste Frau ist Donna Lee Brecht, sie ist Tänzerin, Autorin und
Lehrerin. Beide heirateten am 29. Dezember 1960 und trennten sich ? Aus dieser
Ehe stammt seine erste Tochter Calista Mirinda geb. April 1962.
Calista Carradine als Mata Harii
1969 lernte er Barbara
Hershey kennen und sie wurden schnell ein Paar. Barbara schenkte ihm seinen
Sohn Free 9. Oktober 1972. Er bestand im jungendlichen Alter darauf
Tom genannt zu werden, aber seit einigen Jahren besinnt er sich wieder auf
den Namen, dem ihn sein Vater gegeben hat: Free. Diese Verbindung endete
1975.
Barbara Hershey und Free Carradine
2. Februar 1977 heiratet er Linda
Gilbert, sie ist die Mutter seiner zweiten Tochter Kansas Anne, geb.
19. April 1978. Diese Ehe wurde 1983 geschieden.
Linda Gilbert und Kansas Carradine
Am 4.Dezember 1988 ehelicht David Gail
Jensen. Diese Beziehung hält 9 Jahre (Scheidung März 1997)
Gail Jensen
Am 20. Februar 1998 heiratet David
Marina Anderson (auch bekannt als Coco d'Este). Diese Beziehung endet im
Juni 2001 mit der Scheidung.
Coco d'Este (Marina Anderson)
Heute lebt David Carradine mit seiner fünften Frau Annie Biermann
zusammen, die er am 26. Dezember 2004 bei einer kleinen Hochzeitsfeier am Strand
von Santa Monica ehelicht. Zusammen mit ihren vier Kinder und zwei Hunde, lebt
er in einer Villa bei Los Angeles.